Ves.erreichische

Botanische Zeitschrift.

N I) P ya

iR

|| }

(desterr. botanisches Wochenblatt.

Gemeinnütziges Organ

) für

Botanık und Botaniker, Gärtner, X*ono.en, Porsimänner, Aerzle, Apotheker und er 'kı

CIE HEN . EIFeRn rn tan r ER RE TEN Er nr a Eee x N a r TA a RER 3 Sn RE en NET BE Ne EN Be ee A kat WE Da A A FE A U

m en NO IK DENN er 5

Redigirt und Herausgegeben

Dr. Alex. Skofitz.

XVII. Jahrsans.

1867.

VerlagvonC.Gerold.

R 4 = of > N « “a E: = ie > Id Bi - B 4 03 « « hi « 4 re

|

k

PURCHASED 1923 FROM | GENEVA_BOTAN

ng -

= Pr a . L: er W-Gibson-in\ AT Iwan —— eng: euren JRR]

Nest. Bolan Zeitschrift 1867. N°L.

Desterreichische

BOTANISCHE ZEITSCHRIFT.

(remeinnütziges Organ für | Botanik und Botaniker, kärtner, Dekonomen, Forstmänner, Aerzte, Apotheker und Techniker.

Mit

Origsinal-Beiträzen

Ascherson, Bartsch, Berggren, Cohn, Degenkolb, Du Moulin, Fries, @remli, Heidenreich,

Heldreich, Heufler, Hille, Hohenacker, Holuby, Holzinger, Huter, Janka, Junger, Juratzka,

Kanitz, Karo, Kastropp, Keller, Kerner, Knapp, Krasan, Krempelhuber, Krenberger,

Lorenz, Markus, Minks, Münch, Neilreich, Niessl, Oberleitner, Pancie, Pichlmayr,

Reichardt, Resely, Schiller, Schlosser, Schmuck, Schur, Senoner, Tommaschek, Vechtritz, Vogel, Vulpius, Weiss, Wiesner,

Rx ie‘ RK Redigirt EWR rrTramCAh von AR DEN

D" Alexander Skofitz,

Magister der Pharmacie, der kais. Leop. Carol, Akademie der Naturforscher und mehrerer Gelehrten - Gesellschaften Mitglied.

ZVIlI Jahrgang.

(Mit 1 Lithographie.)

Wien 1867.

Verlag von © Geretid.

Er dor

ARTE Diana ii to, ,antnesek nr, ur Hlinzieh ae VORAT hau lag ERDIBIS,KLIIDEN or E55, IEBSI’IcC)

LET E10 BET Pen Ka: a Fu ehr da) Ars Kr IE ‚das

„sästeruk Aazanl, „Auel ni j Ah SIoH „Adlon sed at „ashh 2: er ‚nam! TH ran)

RR RR aynaa , res Haan „Taten! BR Iran] % Ar Ari ‚Au ad ud Biindsp, „roesalılır ;sohlhd: Al vun : a an le, Ina0t

rar Ba | 7 . Adur se PR je NE NE > - r t R 2

anal N aaa ik

ah le Sam | IR Bi ee oe sobrerenA "CL

i re wi ia Da vr% LEI E I LO uns) „And Koh ‚gi rin yo ee a url Eds: sianalgst, Pr Hair PN DR RE N RD j u r Bu h !

dar?

alt ad. Yusı)A K

>

ER aR Da a, } vu

Vesterreichische ++

BE Tu

BOTANISCHE ZEITSCHRIFT.

Gemeinnütziges Organ

für

Die österreichische j L Exemplare,

botanlsche Zeitschrift die frei durcli diePost be- erscheint Botanik und Botaniker, zogen werden sollen, sind den Ersten jeden Monats. blos bei der Redaktion Man pränumerirtaufselbe {!i» / ({nreimä » (Wieden, Neumang. Nr. 7) Man prännmeriztaufselbe (äriner, Dekonomen, Forsimänner, Aerzte, isdn, Yeumanz. vr. (3 Thir. 10 Ngr.) . Im Wege des ganzjährig, oder Apotheker und Techniker. Buchhandels übernimmt

mie 2 1.63 kr.Oest. W, Pränumeration

halbjährig. €. Gerold’s Sohn Inserate in Wien,

die ganze Petitzeile N°- 1 so wie alle übrigen

10 kr. Oest.W. # Buchhandlungen,

TYgRT zn .

XV. Jahrgang. WIEN. Jänner 1867. INHALT: Gallerie österr. Botaniker. Heinrich Wawra. Descriptiones plantarum. Von Dr. A. Ker- ner. Exkursion auf den Ostry Vrch. Von Märkus. Flora des Untersberger Moorgebietes. Von Pichlmayr. Literaturberichte. Von Dr. Reichardt. Dr. Lorenz, Dr. Weiss. Correspondenz. Von Holuby, Resely, Dr.Kerner, Dr. Ascherson. Curiosum. Personalnotizen. Vereine, een, Austalten. Literarisches. Botanischer Tauschverein. Correspondenz der Re-

aktion.

Gallerie österreichischer Botaniker. XI.

Heinrich Wawra.

(Hiezu ein lithographirtes Porträt.)

H. Wawra wurde am 2. Februar 1831 zu Brünn geboren, wo er später auch das Gymnasium absolvirle, Seine ersten Studien- jahre (1840— 1846) sind ihm durch eine unnölhige Strenge von Seile seiner Erzieher verbittert worden, welche alles Heil des künftigen Staatsbürgers in der systematischen Unterdrückung jeder „gselbstständigeren Entwicklung und in der ausschliesslichen Aneig- nung der damals dürftig genug behandelten Gymnasialgegenstände

uchten. Dem aufgeweckten Sinn des Knaben genügte bald der enge Kreis seiner wenigen Schulbücher nicht mehr und er wusste sich Toheimlich eine ausserordentliche Leclüre zu verschaffen, wobei ihm freilich auch einige streng verpönte Bücher in die Hände fielen, die ihn darum nur deslo mehr fesselten, so Feuerbach’s Wesen es Christenthums, Rosenkranz’s Psychologie, Kant’s Kritik u. a. Oesterr. botan« Zeitschrift. 1. Heft. 1867. 1

NZ

_ ie zu.

IN

a ve <

Mit Beginn der Humanitätsklassen besserte sich auch das Er- ziehungssysiem, unten welchem W. durch mehrere Jahre physisch und moralisch zu verkümmern drohte. Professor Mend gewann ihn lieb und schützie ihn gegen die fanatischen Ausschreitungen Seiner bisherigen Erzieher. W. wurde endlich der letzteren gänzlich los und hälte nun seine Freiheit vielleicht übel genug verwerthet, hät- ten sich nicht seine Neigungen der Naiurwissenschaft zugewendet.

Diess geschah in Folge einer Anregung von Seite seines Bru- ders, der in Wien Jus studirte und seine Ferien in Brünn zu- brachte, woselbst er bei Gelegenheit von Spaziergängen Wawra’s Interesse zu den Pflanzen zu wecken wusste. W. der bis dahin von Linne noch nie etwas vernommen halte, verlegte sich nun mit allem Eifer auf das Einsammeln von Pflanzen und fand dabei eine freundliche Unterstützung von Seite des Dr. Klatzel, Pro- fessor der Philosophie, der eben daran war des verstorbenen Pro- fessor Thaler nachgelassenes Herbar zu ordnen. Wawra’s rege gewordene Leidenschaft zu den Pflanzen steigerte sich allmälig so sehr, dass er die Sommer der Jahre 1848 und 1849 beinahe aus- schliesslich im Freien botanisirend zubrachte, wobei er mitunter die für die Flora Brünns selteneren Pflanzen während ihrer Blüthe- zeit verdeckte und versteckle, um sie vor muthwilligen Angriffen zu schützen, auch bepflanzte er zum Schrecken seiner Angehörigen den häuslichen Garten mit allerlei herbeigetragenen Gewächsen der nahen Wälder.

Nach der damaligen barocken Studienordnung waren Nalur- und Weltgeschichte nur für jene Hörer der philosophischen Jahr- gänge obligat, welche vom Schulgelde befreit waren! Obwohl W. das Schulgeld zahlie, so hörte er doch die Vorlesungen aus der Naturgeschichte und legte bei der Semestralprüfung ein so bedeu- tendes botanisches Wissen an den Tag, dass sich Professor Diebl veranlasst sah, ihn nach abgelegtem Examen in das Konferenz- gemach-zu berufen, um ihn pıivatim zu beloben, wobei er unter andern sprach: „Ich bin alt und werde es kaum erleben, dass mein Gegenstand den obligaten gleich gestellt werde, aber es muss die Zeit kommen und vielleicht ist sie schon durch die jetzige Bewe- gung (1848) angebahnt, wo die Naturwissenschaft auch in Oester- reich zu ihrer Geltung gelangen wird. Schaffen Sie sich einen ge- hörigen Fond an Wissen, er wird Ihnen unter allen Umständen zu Gute kommen.“ Diese Worte übten eine nachhallige Wirkung auf W. aus und waren ebenfalls eine der Ursachen, die ihn be- stimmten, nach absolvirter Physik sich dem Studium der Medicin zuzuwenden, in Folge dessen er die Universität Wien bezog. Ä

Hier eröffnete sich seinem Sammeleifer ein neues weites Feld, jeder freie Tag wurde zu Exkursionen in der Umgebung Wien’s benutzt und Massen von Pflanzen wurden aufgeschichtet, in den Ferien aber wurden grössere botanische Reisen unternommen. So besuchte W. im Jahre 1851 Deutschland, die Schweiz, Belgien und die Niederlande, sandte dabei von jeder grössern Station mächtige

Faszikel gesammelter Pflanzen nach Hause und lernte allenthalben die botanischen Gelebritäten kennen, denen er durch Wiener Bo- taniker schriftlich empfohlen wurde.

Bald nachdem W. nach Wien gekommen war, machte er sich auch daran, die um Brünn gesammelten Pflanzen übersichtlich zu- sammenzustellen und als „Vorarbeiten zu einer Flora von Brünn* in den Schriften des zool.-botan. Vereins zu veröffentlichen. Da sich W. bei dieser Arbeit aussschliesslich auf die Resultate seiner eigenen zweijährigen Forschungen beschränkte und die Beihilfe der älteren Botaniker Brünns verschmähete, so musste sie mitunter wohl Lücken aufweisen, welche wieder jenen botanisirenden Herren, die von W. ienorirt wurden, die erwünschte Handhabe boten, Wawra’s Arbeit einer brutalen Kritik zu unterziehen. Geschieht.es doch oft genug, dass der wohlbestallte Dünkel seinen antiquirten Nimbus, wenn er solchen in Folge der Strebsamkeit frisch auftretender Kräfte wan- ken glaubt, durch die Misshandlung der letzteren zu stützen sucht.

Durch die Bekanntschaft mit Prof. Unger wurde W. zu mi- kroskopischen Arbeiten angeeifert, welche für ihn um so zeitrau- bender waren, als er sich hierbei erst die Kunst des Zeichnens aneignen musste. Vier volle Jahre arbeitete W. unter Unger’s Leitung mitdem Mikroskope, bis die zwei praktischen Jahrgänge der Medizin seine ganze Thätigkeit in Anspruch nahmen. Als schliess- lich die Zeit der Rigorosen heranrückte, wurde er der Botanik beinahe gänzlich enifremdet.

Nachdem aber W. die Studien vollendet hatle und als Doktor der Medizin promovirt wurde, war es doch wieder die Neigung zu den Pflanzen, welche ihn wenigstens theilweise bestimmte, seine fernere Laufbahn bei der k. k. Marine zu suchen. Am 6. December 1856 trat er als Oberarzt bei derselben ein, wo sich ihm nicht allein ein gänzlich neues Leben erschloss, sondern wo er auch vom Glücke auffallend begünstigt wurde, denn ihm blieb es vorbehalten die in- teressantesten der österreichischen Expeditionen mitzumachen und dabei reiche Schätze an Pflanzen heim zu bringen.

Wawra’s erste Seereise fand auf dem Briggschooner „Saida* nach allen grösseren Küstenplätzen des westmittelländischen Meeres statt. Bei dieser Gelegenheit lernte er Neapel, Florenz, viele Städte Spaniens, Tanger, Algier u. a. kennen. Seine zweite Fahrt auf der Korvette „Carolina* ging nach Madeira, Brasilien, Buenos-Ayres, Cap, Benguela und Loanda, Ascension und St. Antonio (Capver- den). Diese Fahrt wurde von der „Novara“ bis an den Aequator geleitet, und nachdem diese südlich gegen Rio steuerte, schiffte die „Carolina“ nach Pernambuc.

Unter den ersten Eindrücken eines ihm ebenso fremdartigen als vielseitigen Lebens wurde für die Botanik vorerst wenig geleistet, auch konnte die winterlich karge Vegetation der von der „Caro- lina* berührten Küstenpunkte Brasiliens Wawra’s Theilnahme für

1 *

4

die Pflanzen nicht anregen, erst die ausserordentlich bunte Som- merflora (zu Weihnachten) der Capsladt verlockte ihn zu botani= schen Exkursionen, die er von nun an allenthalben regelmässig forlseizte.

In Folge seiner dienstlichen Stellung durfie sich W. nur selten für längere Zeit als 1 bis 3 Tage vom Bord seines Schiffes entlernen, um in das Innere eines Küstenlandes zu dringen. Meist ging er dann allein, selten nahm er einen eingeborenen Führer mit und nur bei Exkursionen, die länger als einen Tag dauern sollten, seinen Diener. Bei solchen Gelegenheiten wurde des Mit- tags wo möglich an einer Quelle gerastet und dabei ein grosses Feuer angezündet, die Nacht aber im Freien innerhalb dreier mäch- tiger Feuer zugebracht. Nach der Rückkunft wurden sodann die gesammelten und am Wege provisorisch in Löschpapier einge- schlagenen Pflanzen am Bord sorgsam getrocknet. Diess hatte nun allerdings, abgesehen von der feuchten Seeluft, auf einem Kriegs- schiffe seine Schwierigkeit, welche wohl dadurch geringer ward, dass W. zum Marinestand gehörte.

Am Cap widmete W. seine Aufmerksamkeit besonders der Flora des Tafelberges, welchen er während eines einmonatlichen Aufenthaltes in der Capstadt viermal bestieg. Das erstemal wäre es ihm bald schlecht ergangen, indem sich die berüchtigten weissen Wolken (table cloth) über den Berg lagerten und W. den durch viele Felsenrisse führenden einzigen Weg nicht zu finden ver- mochte.

Noch schlimmer erging es ihm auf einer Exkursion in Ben- zuela, die er aber in Gesellschaft mehrerer Schiffsgenossen unter- nahm. W. beabsichtigte mit letzteren direkte landeinwärts vorzudringen, allein kein Führer war zu bewegen sich dieser Expedition anzuschlies- sen und wirklich hälte nicht viel gefehlt, so wäre die ganze kühne Gesellschaft dem Durste, der Erschöpfung und den Angriffen wüthen- der Hyänen erlegen. Die zweite Exkursion wurde nun vorsich- tiger unternommen und zwar auf einem mit Lebensmittel und Tauschartikel wohl ausgerüsteten Boote den Calombela hinauf, der von Krokodilen, Schildkröten und Haifischen strotzie. In Loanda kam W. mit Dr. Welwitsch zusammen. Eine mehrtägige Expedition landeinwärts in die Euphorbien-Wälder, die beide verabredet halten, musste unterbleiben, weil mittlerweile am Bord der „Carolina“ das Küstenfieber ausgebrochen war, in Folge dessen Loanda schleunigst verlassen wurde.

Nach der Zurückkunft der „Carolina“ erhielt W. einen länge- ren Urlaub, den er zur Bearbeitung seiner botanischen Ausbeute benutzte, die vom Cap war umfangreich, enthielt jedoch keine Besonderheiten, weit wichtiger ergab sich die von Benzuela. Diese in kürzester Zeit zu bewältigen, vereinigte sich W. mit dem Wie- ner Botaniker Peyritsch. Anfangs arbeiteten beide zusammen, später !heilten sie das Material. Die Resultate wurden unter dem Titel „Sertum Benzuelense* im Jahre 1860 im 38. Bande der

-

I

Schriften der kais. Akademie veröffenllicht. Von den beiläufig 60 mitgebrachten Arten wurden 24 als neu beschrieben, 11 von W. und 13 von Peyritsch. Die gesammelten Pflanzen aber schenkte W. dem botanischen Hofkabinet und erhielt dafür von Sr. Majestät dem Kaiser einen Brillantring.

Während des Krieges im J. 1859 avancirte W. zum Fregat- tenarzt und wurde im November desselben Jahres auserlesen, als Bordarzt auf der „Elisabeth,* die brasilianische Reise des Erzher- zogs Max mitzumachen, zu welcher Berufung hauptsächlich seine botanischen Kenntnisse die Veranlassung boten. Ausser W. befand sich noch ein zweiter Botaniker in der Person des Hofgärlners Maly auf dem Schiffe.

Nach beendigter Reise, im Juni 1860, begab sich W. so- gleich nach Wien, um die Bearbeitung der gemachten botanischen Sammlurgen in Angriff zu nehmen, allein schon im September des- selben Jahres wurde er dienstlich auf die Fregatte „Adria“ berufen, welche sodann den ganzen Winter hindurch zur Wahrung der Küsten im Golfe kreuzte. Später ging das Schiff nach Korfu ab, um sich zur Disposition Ihrer Majestät der Kaiserin zu stellen, welche daselbst aus Gesundheits- Rücksichten weilte. Ende Ok- tober segelte es wieder der Heimath zu und endlich nach in- zwischen verflossenen 14 Monaten, im Dezember 1861, konnte W. abermals seine Kräfte der Bearbeitung des brasilianischen Materials widmen. |

Hatte W. bei der Lösung seiner Aufgabe Anfangs mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, so wusste er doch bald soiche durch unermüdlichen Fleiss zu bewältigen. Bis zum Mai 1863 waren die Beschreibungen grösstentheils zusammengestellt und W. begab sich nun nach München, um mit Martius über seine Arbeit Rück- sprache zu pflegen. Zu dieser Zeıt ernannte ihn die botanische Gesellschaft zu Regensburg zu ihrem Mitgliede.

Von dem erfolgreichen Besuche bei Marlius zurückgekehrt, unterwarf W. seine Arbeit einer Revision, fand jedoch während derselben hinlängliche Zeit, um sich auch noch an der Bearbei- tung des Novaraherbariums zu betheiligen, allein Umstände , die ausserhalb seines besten Willens lagen, verleidelen ihm die Arbeit derartig, dass er sie aufzugeben beschloss, obwohl er bereits unler 150 vorgenommenen Pflanzen die Beschreibungen von 0 neuen Arten im Manuskripte fertig halte. Nun wendete er seine Aul- merksamkeit dem Peckolt’schen Herbarium zu und beschrieb bis zum Ablaufe seines Urlaubes ungefähr die Hälfte von dessen In- halte, darunter auch mehrere neue Arten. (Flora 1864.)

Die Prospekte zu Wawra’s Werk über jdie botanische Aus- beute auf der transallantischen Reise des Erzherzogs Maximilian wurden im November 1863 ausgegeben (Oest, botan. Zeitschrift 1864, S. 63). Nachdem die Beschreibungen der neuen Arten be- reits in den Jahrgängen 1862? und 1863 der österr. botan. Zeit-

6

schrift ihre Veröffentlichung fanden, sollte die ganze Arbeit bis zum Ende des J. 1864 erscheinen. Schon wollte W. mit dem Drucke beginnen, da wurde er im März 1864 berufen als Bordarzt auf der Fregatte „Novara“ Se. Majestät den Kaiser von Mexiko über den Ocean zu begleiten.

Die ganze Fahrt dauerte 18 Monate. Nachdem Gibraltar, Ma- deira, Guadeloupe und Jamaika berührt wurden, landete das Schiff am 28. Mai in Veracruz, wo es ein volles Jahr stationirt blieb. Die Rückreise, fast nur mit Segel, dauerte 84 Tage, wobei W. nur in Havana auf zwei Tage das Land besuchen konnte.

Ist Veracruz wegen seiner grossen Hitze und dem herrschen- den gelben Fieber im Sommer, wegen seiner furchtbaren Stürme im Winter schon für Jeden ein trauriger Aufenthaltsort, so insbe- sondere für den Botaniker, denn die Umgebung besteht aus absolut kahlen Flugsandhügeln, nur die tief gelegenen und dann sumpfigen Sohlen der Thäler bergen eine lebhafte Vegetation. Obgleich nun diese Sümpfe wahre Pestherde darstellen, so durchforschte sie W. doch fleissig. Ausserdem machte er auch einige weitere Exkur- sionen landeıinwärts und brachte so eine Sammlung von über 1400 Arten zusammen. Da W. die notihwendigsten Bücher mit sich führte, so beschrieb er die gesammelten Pflanzen gleich auf der „Novara,“ ja fertigte sich zu diesem Zwecke aus einem alten Bord- fernrohr, einem Leuchter und einem Getriebe einer Lampe ein im- merhin brauchbares Mikroskop.

Im September, dem Hauptregenmonate, unternahm W. eine Reise nach Mexiko, durchforschie die gebirgigen Partien der Pro- vinz Veracruz und beslieg den Orizaba bis zur Schneegrenze 15000. Auf dieser Reise besuchte W. auch den alten Sartorius in Mirador, mit welchem er seit jener Zeit eine freundschaftliche Korrespondenz unterhält. Die „Novara* selbst verliess durch diese ganze Zeit ihren Ankerplalz, die Sandinsel Sacrificios, eine deutsche Meile von der Stadt Veracruz entfernt, fast gar nicht, nur einmal besuchte sie Havana, Carmen, Tuxpans und die kleine Sandinsel Lobos, welche gleich mehreren andern ähnlichen Inseln in der Nähe von Veracruz lehrreiche Aufschlüsse über die Selbstbepflan- zung isolirter steriler Plätze bietet. Die ganze auf der „Novara* gemachte Ausbeute, das Herbarium von mehr als 1400 Arten in zahlreichen sehr schönen Exemplaren, dann eine erhebliche Menge von Samen und Früchten schenkte W. dem kais. botanischen Mu- seum in Wien.

Nach 18 Monaten aus Mexiko zurückgekehrt betrieb W. die Publikation seines „Elisabeth“-Werkes um so eifriger, als er dazu bestimmt war, die damals bevorstehende ostasiatische Expedition als Chefarzt auf der Fregatte Schwarzenberg‘ zu begleiten. Binnen [fünf Monaten war auch das Werk vollendet und W. konnte nach dessen Erscheinen nach Pola abreisen, um dorten seinem Berufe als Arzt Genüge zu leisten, zwar nicht, wie ihm bereits in Aus- sicht stand, im Interesse einer die Welt umsegelnden Expedition,

7

sondern während des letzten Krieges auf der Panzerlregalie ‚Erz- herzog Max,“ auf welcher er auch die Seeschlacht bei Lissa mit- machte.

Wawra’s wissenschaftliches Streben wurde vom Kaiser von Brasilien und vom Kaiser von Mexiko durch die Verleihung von Orden ausgezeichnet. Massalongo, der die Lichenen von Wa- wra’s „Carolina*-Ausbeute bearbeitete, gab ihm zu Ehren einer Pertusaria den Namen „Pertusaria Wawreana.* S.

Descriptiones plantarum novarum.

Auctore A. Kerner.

5. Köleria carniolica. Perennis, laxe caespilans. Rhizo- mata abbreviata, vaginis foliorum emareidis, indivisis, nunquam in fila reticulata solulis, vestita. Folia linearia, recta, plana, brevia, glabra, 5—9 nervia, margine setulis minulissimis antrorsum spec- tantibus scabra,. Ligula brevissima, truncata. Culmi erecti, strieli, superne siculi rhachis et spieularum pedicelli cano-tomentosi. Pa- nieula spicaeformis, oblongo-cylindrica, obtusa, conferta, basi parum inlerrupta. Spiculae bi—triflorae, eximie pedicellatae. Glumae inae- quales; inferior minor, oblongo-lanceolata , acuminata, uninervis, superior major, ovato-lanceolata vel obovato-lanceolata, acuminala, 3 nervis; ulraque membranaceo-marginala, nitida, plerumque vio- laceo-colorata, in dorso punclata et praecipue in parte superiori pilis brevissimis adpressis setulisque longioribus antrorsum spectan- tibus plus minusve hirsutula, Paleae 2; inferior glumam superio- rem subaequans, lanceolala, in acumen tenue producta, trinervis, vel tota superficie exteriore vel solummodo in parte superiori pilis brevibus adpressis et setulis longioribus antrorsum spectantibus plus minusve veslita; superior paululum brevior, oblonga, diaphana, bieuspidata, nervis duobus externe scabriusculis percursa.

Culm. 120—520®" alt. -—— Fol. basil. 40—150"® lg. 1.5— 2.5”” It. Spica 25—55"m Ig. 8—16"m It. Glum. et pal. inf. 5—7”” lg. 2mm ]t. Glum. et pal. sup. 4—6"" Ig. 1.5”= lt. Antherae 3” Ig.

A. Köleria hirsuta, quacum culmo superne tomentoso et flosculis hirsulis convenit, paleis inferioribus non aristatis, a Köleria cristata culmo superne cano-tomentoso et flosculis majoribus externe setu- loso-hirsutis primo inluitu facillime distinguenda. Köleria eriosta- chia Pancic, cui planta supra descripta proxima, secund. specim, auth. ab amieissimo Janka communicatum, foliis laxis elongatis longe-cilialis ei culmis, glumis et paleis longe et densissime vil- losis differt.

In horto botanico Oenipontano Köleria carniolica ex seminibus in Carniolia collectis obtenla et per Ires annos culla constanlis-

8

sima! Specimina viva hortorum bolanicorum in usum promii offerimus.

Köleria carniolica in solo calcareo Alpium austro-orienta- lium in regione 4500—6000° supra mare laetissime viget. In monte Schneeberg Carnioliae australis ipse copiosissime crescentem vidi, in „Steiner Alpen« Carnioliae borealis legit G. Mayr, „in Tiroliae australis et Carinihiae superioris alpibus calcareis 5000 6000‘* Ausserdorfer et (sec. specim. in Herb. Mus. Oenipont.) in „Gantkofel über Eppan gegen 6000°* de Heufler.

6. Höleria australis. Perennis. Rhizomata brevia, crassa, subbulbosa, caespitulos densissimos, inferne vaginis foliorum emarcidis indivisis vestitos formans. Folia 5—7 nervia, linearia, plana vel concava, plerumque curvula, rigidiuscula, margine albido- cartilagineo minutissime denticulato cincta et pilis longis patulis ciliata. Culmi erecti, glabri. Panicula spicaeformis, oblongo-cy- lindrica, conferta vel basi parum interrupta. Spiculae bi tri- florae, sessiles vel brevissime pedicellatae, Glumac inaequales; in- ferior minor, oblonga, acuminata, uninervis; superior major, obovato- lanceolata, tenue acuminata, 3 nervis; ultraque in dorso punctata et (praecipue in parle superiori) hirsuta, margineque subpectinato- ciliata. Paleae 2; inferior glumam superiorem eximie superans, oblongo-lanceolata, acuminata, indistincte trinervis, tota superficie exteriore hirsuta et antice pectinato -ciliata; superior paululum brevior, oblonga, diaphana, bicuspidata, nervis duobus externe sca- briusculis percursa.

Culm. 150—350"= alt. Spice. 25>—40”m Ig. 5—8mnlt. Folia 15—70"® Ig. 1.5—2mn It. Glum. et pal. inf. 4—5""lg. Glum. et pal. sup. 3—4"® Ig.

Spiculis sessilibus vel brevissime pedicellatis, rhizomate sub- bulboso et foliis brevibus subrigidis cum Köleria grandiflora Bert. et K. crassipedi Lange convenit, ab hac autem spiculis valde hir- sutis et ab illa floribus minoribus glumisque paleis eximie breviori- bus differt.

In terra argillosa rufa Istriae in consorlio Saturejae variegatae, Alü moschati, Teucrü Polü, Convolvuli cantabriei, Planta- ginis serp. et Köleriae crassipedis infra fruticulos Cisti cretici crescil es caespitulis parvis compactis firmis adspectum insignem praebet. Legi aeslate 1864 inter Dignano et Valle.

2eS9 >

Eine Exeursion auf den Ostry Vrch bei Neusohl. Von Professor Alex. Märkus.

Am 31. Mai d. J. in der Früh habe ich mit Herrn Sam. Ro- kosz, Lehrer der hiesigen Kleinkinderbewahranstalt und mit eini- gen Schülern unseres Gymnasiums eine botanische Exkursion auf den etwa 3/, Meilen von Neusohl entfernten Ostry Vrch veranstaltet, und versprach mir schon Tags zuvor von diesem Ausfluge einen Genuss, da ich diesen Berg schon voriges Jahr von einer steilen und bewaldeten Seite umsonst besteigen wollte. Zu meinem Ver- drusse aber wurde es in den frühen Morgenstunden regnerisch, und ich wollte schon meinen Vorsatz aufgeben; da sich aber gegen Mittag irotz der Schwüle der Luft die Witterung zu unseren Gunsten wendete, machten wir uns um 1 Uhr Nachmittags auf den Weg.

Hinter dem Hammer besliegen wir in drückender Hitze den von Neusohl NW. breitliegendenden von Waldung ganz entblössten und nur hie und da mit Getreide angebauten, sonst aber von Kalk- steinen besäeten und von kahlen Weiden bedeckten Cmarovo. Am Weg fand ich blühend: Ranunculus acris L., bulbosus L., Polygala vulgaris L., Potentilla argentea L., Plantago media L., lanceolata L., Anthyllis Vulneraria L., Daectylis glomerata L. mit dazwischen hoch hinaufstrebenden Rispen von Arrhenaterum elatius Presl und der die Wege begleitenden Poa annua L., hie und da ergötzte mich auch Veronica prostrata L. mit ihrem gedrungenen Wuchse,

Immer höher und höher steigend, durch die brennende Sonne vom Schweiss triefend und nur zeitweilen durch den Südost-Wind angenehm abgekühlt, erblickten wir die ersten blühenden Korn- ähren. Am Rande des Feldes waren Voronica Chamaedris L., Tri- folium pratense L.. Adonis aestivalis L., Viola arvensis Murr., Sal- via pratensis L., stellenweise in Gräben Barbarea vulgaris R. Br., dann weiter Vicia pannonica Cr., Lotus corniculatus L., Trifolium montanum L., und hie und da Carez praecox Jacgq., mit fructißici- renden Aehrchen zu sehen.

Rechts vom Wege an dem gegenüber liegenden Abhange hat eine Quelle meinen Schülern eine Eıfrischung, mir aber keine Al- gen geboten, und jetzt schritten wir eine ganze Strecke auf dem kahlen, steinigen Abhange, zeitweilen mit Crataegus-Gebüsch oder Rosa canina unterbrochen, hinauf, bis wir die auch jetzt von Ochsen und Pferden beweidete Anhöhe der Cmarovo erreichten. Wo vor etli- chen Jahren noch Maifeste gehalten wurden, sieht es jetzt ziemlich Iraurig aus, da die Bäume ganz ausgerottet wurden, und sich Nie- mand um die Bepflanzung einer so grossen Strecke kümmert, son- dern die Bauern der benachbarten Ortschaften Koslivjarska und Ja- kobsdorf lassen auch das kleinste Gras Tag und Nacht abweiden.

10

Am Cmarovo angelangt, erblickten wir vor uns die Kuppe des Ostry Vreh; wir schlugen rechts den Weg ein, durch eine sanft ansteigende Anhöhe gegen den Wald zu; unter dem immer dichter werdenden Gebüsch wiegten sich truppweise die grossen weissen Kronen der Anemone sylvestris L., begleitet von noch nicht ganz aufgeblühten Phyteuma orbiculare L. und einzelnen Polygala major Jacgq., stellenweise bedeckte die steinigen Plätze Calamintha alpina Lam. und Poterium Sanguisorba L.

Um 1,3 Uhr erreichten wir den Wald, welcher hier überwie- gend aus Buchen, untermischt mit Abies alba Mill., hie und da Acer Pseudoplatanus L., Sorbus aucuparia L., bedeckt. Auf den den Waldsaum begleitenden Wiensenstücken blühte Crepis praemorsa Tausch und den Rand der Gebüsche begrenzte Melittis Melisso- phyllum L., abgeblühte Dentaria bulbifera L., Vincetoxicum offi- cinale Münch, im Walde selbst erfreuten mich die gelbbräunlichen Aehren der Neottia vulgaris Kolb und am Wege, so wie auf: der Wiese war Gnaphalium dioicum L. und Globularia vulgaris L. zu sehen.

Im Walde suchte ieh auch nach Kryptogamen, fand aber, da ich zu kurze Zeit hatte zur aufmerksamen Beobachtung, ausser Plagiochila asplenioides L., Peltiyera canina L., eine kleine Neckera und auf entblössten Brandstätten Funaria hygrometrica L., dann aul den Brücken Radula complanata Dum., Graphis scripta L. und Frullania delatata L. fast gar nichts.

Aus dem Walde tretend, lagen vor uns rechts und links schöne Wiesen, deren Vegetation aber noch nicht entwickelt war; ‚hier überraschlen mich die noch nicht ganz entfalleien Aehren von Or- chis globosa L. und am Saume des Waldes prangten die gelbe, braungefleckte Orchis sambueina L. und ihre Varielät ß. purpurea Koch. Höher hinauf bewunderten wir den mächtigen Gebirgsstock Baranovo, welcher östlich vor uns lag und in dessen Lehne die Bergstadt Herrengrund wie eine Landkarte vor uns lag. Im Nor- den sahen wir den noch mächtigeren Bergrücken der Krisna. und jenseits den Cierni Kamen in der Liptau. Oestlich aber lag vor uns das Granthal, wegen der nebligen Atmosphäre nur bis Sohl- Lipos deutlich erkennbar. Während meine Begleiter sich an der Fernsicht ergölzten sammelte ich Gymnadenia conopsea R. Br., no- tirte: Alchemilla vulgaris L., Thesium alpinum L., Galium vernum Scop. in niedrigen Exemplaren, Genista pilosa L., die fructifici- rende Primula officinalis Jacgq., am Saume des Waldes Asperula odorata L,, Valeriana tripteris L., |die zarten Blüthen des Helanthe- mum vulgare Gärt., begleitet von Leontodon incanus Schrank. Arabis hirsuta Scop. und arenosa Scop. verirrilen sich unter die Haupirepräsentanten dieser Wiesen, nämlich Gnaphalium dioicum L und Carex montana L.

Von der letzten Wiese lenkten wir rechts in den Wald hin- ab, um eine Quelle aufzusuchen, zu welcher uns auch ein Bauern- bursche hinführte. Am Fusse der Buchen und Tannen wucherle

11

hier: Asarum europaeum L., Paris quadrifolia L., Ozalis Acetn- sella L. und die zarten noch unfruchtbaren Wedel von Aspidium Filix mas L., sowie Symphytum tuberosum L. (meist schon abge- blüht). Hacquetia Epipactis DC., Ajuga genevensis L., Cynoglossum offieinale. L., Myosotis sparsiflora Mil. und die prächtigblaue Poly- gala amaraL. An der Quelle selbst fand ich Hypnum commutatum Hedw. fructificirend, gemischt mit Aneura pingnis Dumort.

Indem wir die letzte Wiese betraten, führte mich Herr Ro- kosz zu einem steinigen, mit Gestrüpp bedeckten Hügel, wo ich zu meiner grössten Freude Delphinium elatum L. fand, aber im trau- rigen Zustande. Die zu früh aufgeblühten Blüthen wurden durch die vergangenen Maifröste so stark hergenommen, dass sie jetzt schmutzig graubraun aussahen, so war hier auch Actaea spicata L. ganz erlroren, selbst Fraxinus excelsior L. und Sambucus racemosa L. standen wie vertrocknet da. Auf diese Stelle verirrte sich auch Chelidonium majus L. und ausserdem war in Menge Galium vernum L., sowie zerstreut Melica nutans L., nicht aufgeblühtes Geum ur- banum L, und ebenfalls unentwickeltes Cirsium punonnicum Gaud. zu finden.

Den auserwählten Platz des Delphinium verlassend , schritten wir noch eine Strecke über Wiesenland, die steile, bewaldete und mit erfrornem Buchenlaube fast herbstlich aussehende Kuppe des Ostry Vreh vor Augen haltend. Nach etwa Y, Stunde mühsamen Hinaufsteigens auf dem mit Buchenlaub reich bestreuten Waldboden, wo unten an der Wiese noch Bellidiastrum Michelü Cass., im Walde Euphorbia amygdaloides L., sowie auf den Buchenstämmen Hedera Helix L. zu sehen war, erreichten wir die Spitze des Ber- ges. Die Fernsicht wäre von hier eine prächtige gewesen, wenn da eine freie entblösste Stelle gewesen wäre, so aber mussten wir uns nur mit dem begnügen, was wir zwischen den Bäumen sehen konnten,

Ostry Vreh, dessen Höhe ich nicht sicher erfahren konnte, die ich aber im Vergleiche anderer umliegenden Berghöhen auf mehr als 3000° schätze, bildet gegen Neusohl hin den letzten höch- sten Kalkknoten der eigentlichen grossen Tatra, welche von Sucha- Hora (westlich von Tajova) erst nördlich dann östlich bis Gross- Krizna die Gegend beherrscht. Die umgebenden Thäler des Osiry Vreh sind östlich Biszirie, westlich Rjeöka, nördlich Hermancos und südlich Laskomer.

Schon wollte ich diesen interessanten Berg verlassen, als ich seilwärls auf der Spitze noch Asperula galioides M. B. fand. Nach einer kurzen Rast setzten wir den Weg zurück mit dem Vorsatze, dass ich diese Gegend in der vollen Blüthezeit besuchen werde.

Die Exkursion hat mir zwar nicht viel Seltenheiten geboten, habe aber doch für die Flora Neusohls 4 neue Species gefunden, und zwar: Leoniodon incanum, Carex montana, Delphinium elatum und Asperula galioides und nur die schädlichen Verwüstungen des gewesenen Frostes wodurch ganze Buchenschläge sowohl hier als auch auf Baranovo im herbstlichen Kleide vor unseren Augen

12

standen, haben mich unangenehm berührt. Ja, der Frost hat in der ganzen Umgegend Neusohls viel Schaden angestiftet. Seit 10. Mai besuchten fortwährend unsere Gegend kalte Winde, so dass die zarten Pflänzchen gar nicht zur Entwicklung gelangen konnten; den 20. sank die Temperatur in der Früh auf 3—4°, den 21. er- glänzte Prasiva und Krizna im neuen weissen Kleide, in den näherliegenden Kremnitzer Bergen fiel auch Schnee, und auch in der Stadt Ilogen einzelne Schneeflocken; den 22. sank die Tem- peratur bis Früh und Abends und den 23. Früh zeigte unser Thermometer 00° R. Bohnen, Georginen, Gurken, Kürbisse, Erdäpfel waren entweder ganz oder theilweise hin, Eschenbäume stark, Nussbäume gänzlich erfroren. Vom 23. angefangen stieg langsam die Temperatur, bis sie sich am 26. mit Regen in warme Witterung verwandelte.

Neusohl, im August 1866.

——esyes

Flora des Untersberger Moorgebietes und

seiner Umgebung bei Salzburg. Von Fr. E. Pichlmayr, Mag. Pharm.

Seit Alexander von Braune, 1843 seine kleine Beschreibung über die Torfgefielde am Fusse des Untersberges herausgab, mil welcher zugleich eine Aufzählung der von ihm beobachteten Pflan- zenarten verbunden war, ist eine Reihe von Jahren verstrichen, und in diesem Zeitabschnitte manche neue Pflanze vorgefunden wor- den. Meine vielfältig dorthin gemachten Exkursionen, sowie die gefälligen Mittheilungen anderer Botaniker veranlassten mich die gemachten Beobachtungen niederzuschreiben, aus der einfachen Absicht, Fremden wie Einheimischen eine Uebersicht der reichen Flora zu überliefern. Ich reihle daher das Torfgefielde von Leo- poldskron, den Rosiltengraben, die Kugelmühle, Steinbrüche, wie ihre Umgebung in die Beschreibung ein, weil ohne diese, zwar etwas weitern Begrenzung die vollständige Aufzählung der vorkommen- den Pflanzenarten erschwert wäre.

Lolium perenne L. Bromus secalinus L. temulentum L. Festuca gigantea L. Triticum repens L. elatior L. Bromus giganteus L. Glyzeria fluitans R.Br. mollis L. Cynosurus cristatus L.

pinnaltus L. Molinia coerulea Mönch.

Poa nemoralis L.

pratensis L.

trivialis L.

Briza media L.

Melica nutans L.

Avena flavescens L.

sativaL.

pubescens L.

Holcus lanatus L.

Sesleria coerulea Ard. Rositten- graben.

Arundo Phragmites L. An der Glann.

Agrostis spica ventiL. Wiesen an der Glann.

stolonifera L.

vulgaris L.

Phleum pratense L.

Alopecurus geniculatus L.,

Anthozanthum odoratum L.

Carez acuta L.

alba Scop. Waldige Stellen.

ampulacea G 00d.

Buxzbaumi W hlb.

digitata L.

dioica Rb.

fliformis L.

flava L.

fulva Go.0d.

glauca Scop.

Hornschuhiana Hop.

leucoglochin L. f.

Milichhoferi Schrk.

montana Pol.

Oederi Ehr.

paniculata L.

paludosa God.

paradoxza W ild.

remota Lin.

stellulata Go.0d.

riparia Curt. Ufer der Glann,

teretiuscula Good.

vesicaria L.

vulpina L.

Eriophorum alpinum L. Auf Torf-

#3

Eriophorum latifolium Hopp. Ebendaselbst.

triquetrum Hopp. Ebendas.

vaginatum L.

Seirpus caespitosus L.

lacustris L.

palustris.

sylvaticus L.

Rhynchospora ulba Vahl.

fusca Val.

Schoenus ferrugineus L.

Cyperus flavescens L.

fuscusL.

Luzula albida DC.

campestris DC.

maultiflora Le).

pilosa DC.

Juncus acutiflorus Erh.

alpinus L.

bufonius L.

conglomeratus L.

lamprocarpus Ehr.

obtusiflorus Ehr.

Tofteldia calyculata Whb. Rosit- tengraben.

Colchicum autumnaleL.

Alium ursinum L.Nähe der Kugel- mühle.

earinatum P oll. Sehr trockene Stellen zwischen Glanneck und der Kugelmühle.

Seilla bifolia L. Am Glannecker- hügel.

Gagea lutea Schult. Waldstellen.

Anthericum ramosum L. Ufer der Glann.

Lilium bulbiferum L. Unter Ge- büsch der Waldstellen,

MartagonL.Rosittenwäldchen. Glanneckerhügel.

Majanthemum bifolium D C. Glann- hügel.

Convallaria majalis M. Rositten, bei der Kugelmühle und an der Strasse nach Wals.

stechereien, oder sehr nassen | multiflora L. Glanneckerhügel.

Stellen.

angustifolium Rih. Ebenda,

polygonatum L. Kugelmühle, rechts am Hügel.

14

Convallaria vertieillata L. Unter!

Haselsträuchernbeidem west- lichen Waldsaume. Paris quadrifolia K. Waldstellen.

Leucojum vernum L. Im nahen Aichet.

Iris Pseudo acorus L. Rechts von Glanneck.

sibirica L. In einem Wasser- graben auf nordöstl. Seite von Glanneck.

Gladioluspalustris Gaud. Wiesen der Glann nächst dem Tu- schekhofe.

Orchis coriophora L. Ausser dem Lazaretwäldchen und am lin- ken Glannufer.

globosa L. Hügeln rechts von der Kugelmühle,

Jatifolia L. Moorwiesen.

maculata L. Waldstellen.

Moriv L. Wiesen an d.Glann.

ustulata L. Gefunden von mir bei einer Eiche ober dem Tuschekhof.

Gymnadenia conopsea R.B. Wie-

sen an der Glann.

odvraltissima R. Ebendaselbst.

Coeloglossum viride Hartm, Lin- kes Ufer der Glann.

Plathanthera bifolia R. Ufer der Glann.

Herminium Monorchis R. B. Ufer der Glann.

Cephalanthera rubraR. Westlich- ster Waldsaum.

ensifolia R. Ebendaselbst.

pallens R. Ebenda und Glann- ecker Wäldchen.

Epipactis latifolia All. Rositten- Wäldchen.

palustris Crzt. Unter Weiden- gebüsch an linken Glannufer.

Listera ovata R. B. Waldstellen. Aichet.

Neottia Nidus avis R. Rositten. Glannecker Wäldchen.

Cypripedium Calceolus L. Hügeln

und Waldstellen bei der Ku- gelmühle.

Arum maculatum L. Gebüsch am westl. Waldsaume.

Lemna minor L. Lachen der Glann, Gräben.

polyrrhiza L. Ebendaselbst.

trisulca L. ,

Potamogeton lucensL. Meist in der Glann, Leopoldskronteich. Dr. Glanz.

nutans L. Ebendaselbst.

pectinatus L. Ebendaselbst.

perfoliatus L. er

rufescens Schrad.

Sparganium natans L. Wasser-

gräben. simplexz L. Ebendaselbst. Triglochin palustre "

Scheuchzeria palustris L. Gräben.

Alisma PlantagoL. Wassergräben.

Pinus Abies L.

bean

MughusScop.Torfstechereien.

—»Pieea k:;

Juniperus communis L.

Calitriche stagnalis Scop.

vernalis L. Seitenarme der

Glann. betula alba L. mit der Var. pen- dula Roth. Moosstrasse.

pubescens Erh. Loig.

Alnus glutinosa W.

incana W.

Salıx alba L. An der Glann.

amygdalina L. Ufer der Glann bei der Kugelmühle.

aurita L. Westl. Waldsaum,

capreal. „, 4

cinerea L. Ufer der Glann.

daphnoides Vill. Moosstrasse.

incana Schk. Bei der Kugel- mühle und hintern Steinbruch.

nigricans Frs. Ufer der Glann.

repens L. Auf Tort.

purpurea L. Kugelmühle.

Populus alba L.

tremula L.

Populus balsamifere. Moossirasse gebaul.

Carpinus BetulusL. Lazarettwäld- chen.

Corylus Avellana L.

Quercus pedunculata Erh.

Fagus sylvatica L.

Ulmus campestris.

Humulus Lupulus L.

Urtica urens L.

dioica L.

Mercurialis perennis L. Wald- stellen.

Euphorbia amygdaloides L. Glann- ecker- und Rosittenwäldchen u.s.W.

Cyparissias L.

duleis L. Waldstellen.

helioscopia L.

platyphyllos L.

verrucosaL. Ufer der Glann.

Asarum europaeum L.

Thesium alpinumL. Wiesen an der

Glann. intermedium Schk. Ebendas. pratense Ehr. NN

Daphne Mezereum L. Ende der Moosstrasse u. s. w,

Polygunum amphibium L. Gräben.

aviculare L. Strassenränder.

(Convolvulus L.

Bistorta L. Nasse Wiesen an

der Glann. lapatifolium L, Gräben. minus Huds. mite Schk. ui

Persicaria L. Moosstrasse. Rumex AcetosaL.

Acetosella L.

conglomeratus Mur.

obtusifolius L. Chenopodium Bun. Henricus L. viride L.ı

Plantago lanceoluta L.

major L.

media L.

Valeriana dioica L. Felder. —- £ripteris L. Kugelmülle.

15

Valeriana montana L. Uferstellen des Rosittenbaches,

Valerianella Auricula DC. Getrei- defelder.

olitoria L. Ebendaselbst:

Dipsacus sylvestris L. Rositten- graben, Moosstrasse.

Knautia arvensis Dub. Felder.

sylvatica DC. Waldregion.

Suceisa pratensis Mönch. Felder an der Glann.

Scabiosa ColumbariaLl.

Eupatorium cannabinumL.. Nächst der Kugelmühle.

Homogyne alpinaGass. ImRosil- tenbach.

Petasites albus B. Bei der Kugel- mühle.

niveus Gärt, Rosittengraben.

officinalis M. Auf Sandstellen der Glann.

Tussilago Farfura L.

Bellis perennis L.

Bellidiastrum Michelii Cass. Ros- sittenbach.

Erigeron acris L. Auf Sandstellen.

canadensis L.

Solidago Virga aureaL. Glann- eckerhügel. u. s. w.

Buphthalmum salicifolium L. W ie- sen an der Glann.

Inula salicina L. Loigermoos.

Pulicaria dysentericaGärt. Moos- strasse.

Gnaphalium dioicum L. Ufer der Glann.

uliginosum L. Auf Aeckern.

Achillea Millefolium L.

Anthemis arvensis L.

Chrysanthemum Leucanthemum L.

Arnica montana L. Hinter Glann- eck.

Senecio aquaticus L. Loig. Dr. Glanz.

Jacobaea L. Auf sehr trocke- nen Stellen hinter Glanneck.

sylvaticus L. Rosittengraben.

Cirsium arvense S m. Moosstrasse.

16

Cirsium lanceolatum S cop.

oleraceum Scop.

palustre Scop.

rivulare W.K. Moorwiesen.

Carduus crispus L.

defloratus L. Rosittengraben.

Lappa major Gärt. Ende des Ro- sittenwäldchens.

Carlina acaulis L. Hügel v. Glann- eck und der Kugelmühle.

vulgaris. Bei der Kugelmühle u. Ss. w.

Serralula tincloriaL. An d. Glann.

Centaurea Cyanus L.

Jacea L. Auf dem Moor.

montanaL. Bei derKugelmühle und im Rosittengraben.

-— Scabiosa L. Bei Glanneck.

Lupsana communis L. Moosstrasse.

foetida W ild. Waldstellen.

Cichorium Intybus L.

Leontodon autumnalis L. Moos- strasse.

hastilis Koch. Moosstrasse.

Tarazacum officinale Wig.

palustre DC. An der Glann.

Scorzonera humilisL. ,, 2

Hypochaeris maculata L. Glann- ufer.

radicata L. Strassenränder.

Tragopogon pratensis L. (Variet. grandiflora.) Auf Feldern.

Willemetia apargioides Lees. Wiesen an der Glann.

Prenanthes purpurea L. Glann- eckerhügel.

Lactuca muralis Gärt. ecker Mauern.

Sonchus asper V ill.

arvensis L. Moosstrasse.

oleraceus L.

Crepis biennis L.

succisaefolia T. Wiesen an der Glann.

Crepis paludosa Mönch.

-—— virens K. Moosstrasse.

Hieracium Auricula L. Glanneker Mauern.

Glann-

Hieracium humile Jacgq. Alte Schlossmauer.

murorum L. >

praealtum Vill. Torflager.

pratense T. Auf dem Todten- weg bei Leopoldskron.

sabaudum L. Waldstellen,

staticefolium Vill. Im Kiese der Glann.

umbellatum L.

vulgatum Fries. Am westl,

Waldsaume.

Phyteuma orbiculare L. Wiesen.

spicatum L. Glanneckerhügel.

Campanula glomerata L. Wiesen an Jer Glann.

patula L. Ebendaselbst.

persicifolia L. Hügel v. Glann- eck.

rapunculoides L. Mauer bei Glann.

rotundifolia. Sandst. d. Glann.

Trahetium L. Rosittien-Wäld- chen.

Galium Aparine L.

boreale L. Moorfelder.

crueiatum Sc op.

palustre L. Moorgräben.

sylvaticum L. Glannecker- Wäldchen.

sylvestre P ol.

uliginosum M. Moorgräben.

verum L.

Adoxa Moschatellina L. Auf dem Wege zum Walserberg. Sambucus Ebulus L. Anhöhen

nächst d. Kugelmühle.

——

——

nigra L.

racemosa L. Weg zum Für- stenbrunn.

Viburnum Opulus L.

Lantana L.

Lonicera Xylosteum L. Bei Glann- eck.

Ligustrum vulgare L. Ebendas.

Fraxinus excelsior L. ET

Vinca minor L. Glanneck u. Ro- sittengraben.

17

Vincetoxicum officinale Mönch.| Prunella grandiflora Jacq. Ufer-

Rosittenwäldchen.

ränder der Glann.

Gentiana acaulis L. Wiesenausser vulgaris L.

Glanneck. Ajuga montana Rb. Steinbrüche. asclepiadeaL.Fuss des Unters- Jellmolli.

bergs. reptans L.

eiliata L. Bei den Steinbrüchen,

Verbena offieinalis L. Moo:sstrasse.

auch Kugelmühle, dann Rosit- | Symphytum officinale L.

tenbach.

germanica Wild. Wiesen vor

der Kugelmühle.

Pneumonanthe L.

Glann. utriculosa L. Strasse zur Ku- gelmühle.

verna L. Uferstellen der Glann,

Erythrea Centıurium Pers. Im westlichen Waldsaume.

pulchella Fries. Aufl weissem Kalksand nächst der Kugel- müble.

Mentha arvensis L.

-— aquatica L. Moorgräben.

sylvestris L.